Noten für Fonds

Basis
Anhand der FondsNote kannst du gute von schlechten Fonds und ETFs unterscheiden. Wir erklären an dieser Stelle, wie die FondsNote berechnet wird. Von Ralf Ferken

Wer beispielsweise bei der Onlinebank Comdirect nach Fonds sucht, erhält circa 30.000 Treffer. Selbst unsere bereinigte Datenbank auf boerse-online.de listet noch rund 6000 Fonds auf. Wie sollen Anleger:innen bei dieser Menge von Produkten die besten und für sie passenden Fonds finden? Die Antwort ist einfach: anhand der FondsNote.

Seit September 2002 ermittelt BÖRSE ONLINE mit ihrer Hilfe Fonds und ETFs, die aus der Masse herausragen. Der Vorteil: Eine einzige Kennzahl signalisiert, wie gut ein Fonds oder ETF ist. Bei Onlinebanken wie etwa der ING haben Anleger:innen die Möglichkeit, die FondsNote als ein Auswahlkriterium bei der Suche zu nutzen.

Grundsätzlich gilt: Produkte mit Note 1 oder 2 waren renditestärker und schwankungsärmer als die Konkurrenz in derselben Anlagekategorie, bei Fonds mit Note 4 und 5 war es umgekehrt. Note 3 steht für Mittelmaß.

Aber nicht nur die große Anzahl von Fonds überfordert Anleger:innen. Gern greifen sie zu Produkten, die kurzfristig stark zugelegt haben. Doch manche Manager:innen hatten oft einfach nur Glück. Die FondsNote will den Faktor Glück ausschalten und bewertet Fonds daher über einen Zeitraum von vier Jahren. Je mehr Rendite ein Fonds erzielt hat, desto besser.

Ungestümes Risiko hingegen bestraft die FondsNote: Fonds, die sich nicht sprunghaft, sondern gleichmäßig entwickeln, werden besser benotet. Gefahr droht zudem, wenn ein Fonds eine/n neue/n Manager:in erhält. Denn es ist ungewiss, ob der/die den Fonds weiter in den gewohnten Bahnen lenken wird. „Deshalb enthält die FondsNote zusätzlich einen qualitativen Part, der die Beständigkeit im Fondsmanagement und in der Anlagestrategie bewertet“, erklärt Rüdiger Sälzle, Vorstand des Analysehauses FondsConsult, das den Part der qualitativen Analyse durchführt. Ändert ein/e neue/r Manager:in beispielsweise den Anlagestil des Fonds, gibt es Punktabzug: Die Gesamtnote kann um eine Stufe sinken.

Die FondsNote wird von BÖRSE ONLINE und den Schwesterpublikationen €uro und €uro am Sonntag monatlich berechnet. Fondsmanager:innen können sich also nicht auf einer guten Note ausruhen. Sie müssen fortwährend Topleistungen erbringen, um die Note 1 oder 2 zu verteidigen.

Die Berechnung der FondsNote

Die FondsNote ist ein Rating des Münchner Finanzen Verlags, in dem auch BÖRSE ONLINE erscheint, und des Münchner Analysehauses FondsConsult. Die quantitative Teilnote misst die Wertentwicklung eines Fonds gegenüber dem Vergleichsindex (45 Prozent) und der Anlagekategorie (30 Prozent) sowie das dabei eingegangene Risiko (25 Prozent). Ausgewertet werden jeweils die vergangenen vier Jahre. Daraus resultieren Noten von 1 bis 5, die monatlich aktualisiert werden.

Eine qualitative Teilnote erhalten nur die Fonds, die quantitativ mit Noten von 1 bis 3 bewertet wurden. Dabei wird geprüft, wie konstant die Produkte gemanagt werden. Beim Wechsel des Fondsmanagers/der Fondsmanagerin oder des Anlagestils drohen Notenabzüge. Auch in diesem Teilbereich ergeben sich Noten von 1 bis 5.

In die Gesamtnote fließen die quantitative Note (70 Prozent) und die qualitative Note (30 Prozent) ein. Das Ergebnis ist die €uro-FondsNote auf einer Skala von 1 bis 5 – analog zur Benotung in den Schulen.

Die Notenskala

BÖRSE ONLINE vergibt die FondsNoten auf einer Skala von 1 bis 5. Anleger:innen können sie wie Schulnoten interpretieren:

  1. = ausgezeichnet
  2. = gut
  3. = befriedigend
  4. = unterdurchschnittlich
  5. = ungenügend.

Einen Überblick über die Fonds findest du hier.

Artikel teilen:

2021-11-16T17:52:34+01:00
Nach oben