Aktien-, Misch- und Rentenfonds: Die Klassiker

Basis
In diesem Beitrag stellen wir dir die drei in Deutschland beliebtesten Fondskategorien vor: Aktien-, Misch- und Rentenfonds. Von Bianca Krämer

Die Anlageklasse Fonds ist bei Privatanleger:innen in Deutschland relativ beliebt — auch wenn Fonds teilweise ein schlechter Ruf vorauseilt: zu schwerfällig, zu teuer. Fonds sind aber auch deswegen so beliebt, weil selbst Börseneinsteiger:innen mit kleineren Beträgen an der Entwicklung großer, internationaler Konzerne teilhaben können. Die Auswahl an Fonds ist ausgesprochen groß. Es gibt für jede Anlagestrategie, Risikoklasse, Region und Branche ein passendes Produkt. Außerdem lässt sich auch nach bestimmten Kriterien wie ethische, religiöse oder ökologische Gesichtspunkte filtern — denn insbesondere das Thema Nachhaltigkeit spielt bei immer mehr Anleger:innen eine Rolle bei der Investmententscheidung. Etliche Fonds sind zudem sparplanfähig. Mit dem monatlichen Besparen eines Fonds vermeiden Anleger:innen einen Einstieg zum falschen Zeitpunkt.

Der Erfolg eines Fonds wird nicht ausschließlich an der Rendite gemessen, sondern es wird dafür ein Vergleichsindex, auch „Benchmark“ genannt, herangezogen. Ein Fonds, der schwerpunktmäßig auf deutsche Standardwerte setzt, nutzt als Benchmark zum Beispiel den DAX. Da viele Fonds in verschiedene Anlageklassen (Aktien, Anleihen etc.) investieren, kommt es auch vor, dass Fondsgesellschaften eigene Vergleichsindizes entwickeln. Legt ein Fonds etwa zu gleichen Teilen in deutsche Anleihen und deutsche Standardwerte an, könnte die Fondsgesellschaft einen eigenen Index als Benchmark definieren, der zu 50 Prozent die Entwicklung des Rentenindex REX abbildet und sich zu 50 Prozent am Leitindex DAX orientiert. Die drei in Deutschland beliebtesten Fondskategorien stellen wir in den Kästen vor.

Aktienfonds

Mit einem Aktienfonds investierst du dein Geld ausschließlich oder zum überwiegenden Teil in Aktien. Nicht in eine einzelne Aktie, sondern in viele – damit wird gegenüber dem Einzelinvestment das Risiko gestreut. Ein Aktienfonds setzt sich oft aus 50 und mehr Titeln zusammen. Verliert einer davon an Wert, kann der Verlust durch die positive Entwicklung anderer Papiere ausgeglichen werden.

Ähnlich wie bei anderen Fondsarten kann auch ein Aktienfonds unterschiedliche Schwerpunkte aufweisen und sich beispielsweise auf eine bestimmte Region, wie Europa oder die USA, oder aber auf eine bestimmte Branche, wie Pharma oder Technologie, fokussieren. Je mehr unterschiedliche Branchen oder Regionen enthalten sind, desto größer ist die Risikostreuung.

Als Anleger profitierst du bei der Investition in einen Aktienfonds von den Kurssteigerungen der enthaltenen Titel sowie von den Dividenden, die die Aktiengesellschaften an ihre Aktionäre ausschütten. Der Wert eines Aktienfonds wird vom Kurs der enthaltenen Papiere bestimmt, daher kann es zwischenzeitlich zu starken Schwankungen kommen.

Wichtig: Ein Aktienfonds ist grundsätzlich risikoreicher als etwa ein Rentenfonds, bringt dafür allerdings in der Regel auch eine attraktivere Rendite.

Mischfonds

Bereits der Name verrät, was die Fondsart Mischfonds auszeichnet: Das Kapital der Anleger:innen fließt nicht nur in eine, sondern in mehrere Anlageklassen. Ein klassischer Mischfonds, auch Multi-Asset-Fonds genannt, investiert in Aktien, Renten und Geldmarktinstrumente. Mischfonds können aber zusätzlich auch in Währungen, Edelmetalle, Immobilien oder Rohstoffe investieren.

Mithilfe von Mischfonds müssen Anleger:innen also nicht immer auf die sich häufig ändernde Marktsituation mit einer Umschichtung des Portfolios reagieren. Die Ertragschancen der Fonds sind abhängig von der Zusammensetzung und der Gewichtung der jeweiligen Anlageklasse.

Aber grundsätzlich sind Mischfonds so gefragt, weil sie unheimlich flexibel und wandlungsfähig sind. Die enthaltenen Aktien können durch Kurssteigerungen und Dividenden für eine positive Wertentwicklung sorgen, während Renten- und Geldmarktinstrumente mit Zinserträgen und Kurssteigerungen positiv zur Wertentwicklung beitragen.

Das Fondsmanagement eines Mischfonds kann im Rahmen des fondsspezifischen Anlagekonzepts die Gewichtung der Anlageklassen jederzeit verändern. Sinken etwa zeitweise die Kurse an den Aktienmärkten, kann stärker in Anleihen investiert werden. Chancen können so genutzt oder Verluste abgemildert werden. Mischfonds wirken wie eine Vermögensverwaltung – auch für Sparer:innen mit kleineren Anlagebeträgen. Mit Einzahlungsbeträgen ab 25 Euro monatlich bei Sparplänen kann der Vermögensaufbau über Mischfonds erfolgen. Tatsächlich fließt das meiste Kapital der sicherheitsorientierten deutschen Sparer:innen in Mischfonds. Auf Platz 2 finden sich Aktienfonds, gefolgt von Rentenfonds.

Rentenfonds

Unternehmen oder Staaten geben verzinsliche Wertpapiere wie Anleihen oder Pfandbriefe aus, um sich Geld zu beschaffen – zum Beispiel für Investitionen. Rentenfonds investieren in diese Wertpapiere und erhalten im Gegenzug Zinsen für diese Darlehen. Die regelmäßigen Zinszahlungen sind auch der Grund, weshalb man von „Renten“ spricht.

Der Schwerpunkt eines Rentenfonds richtet sich nach der Anlagestrategie. Ein Fonds kann sich beispielsweise auf ein bestimmtes Land, eine Region, eine Währung oder auch eine Laufzeit fokussieren. Ein Rentenlaufzeitfonds hat im Unterschied zu einem Rentenfonds eine vorher festgelegte Laufzeit. Der Vorteil hier sind die kontinuierlichen Erträge durch Zinsen. Im Normalfall hat ein Rentenfonds geringere Wertschwankungen als ein Aktienfonds.

In diesem Beitrag geht es um die Bewertung von Fonds. Woran erkenne ich, ob ein Fonds gut ist oder nicht? Unser Schwesterblatt €uro vergibt in Kooperation mit dem Münchner Analysehaus FondsConsult monatlich die €uro Fonds-Note — eine Bewertung nach dem Schulnotensystem. Das soll Anleger:innen helfen, gute von schlechten Fonds zu unterscheiden.

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2021-11-10T11:49:03+01:00
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